Fus Ro Bla #4: Warum ESO in der Vergangenheit von Tamriel spielen muss

von MrJones

Tamriel, der Kontinent aller Kontinente, zumindest wenn man Rollenspieler ist. Schon seit einer ganzen Weile durchstreifen Unmengen an Helden die Weiten seiner Landschaften, erforschen Höhlen, Gebiete, Städte, Dörfer und mystische Orte, treffen auf allerlei Freund und Feind und genießen dabei vor allem eins: eines der stimmigsten Fantasy-Universen, die je in der Spielebranche erdacht wurden.

Doch bisher eroberten wir uns diese Welt stets alleine, höchstens mit einem NPC-Begleiter an unserer Seite. Das soll sich nun ändern, denn mit dem ersten, nicht direkt von Bethesda erschaffenen The Elder Scrolls wird sich Tamriel einer waren Flut an Abenteurern öffnen. ESO zeichnet sich am Horizont ab und so langsam bekommen wir immer mehr Einblick in die Welt, die uns dort erwartet.

ZeniMax Online, so zugeknöpft sie auch teilweise wirken, hat von Beginn an ein Detail von ESO offenbart: es wird in der entfernten Vergangenheit spielen, ca. 1000 Jahre vor Skyrim. Doch warum ist dem so? Warum schließen die Entwickler nicht an die schon so detailliert ausgearbeitete Geschichte von TES an, in welcher es sogar Hintergrundgeschichte zu vielen der Bewohner der Städte gibt und man sich auf das von Bethesda geschaffene Grundgerüst stützen könnte?

Das fast unbeschriebene Blatt

Was zunächst wie der Nachteil klingt, dass man nicht auf das schon ausgearbeitete Universum zurückgreifen kann, entpuppt sich auf der anderen Seite aber als großer Vorteil. Wie schon z.B. bei SWTOR, so haben auch die Jungs von ZeniMax sehr viele Freiheiten durch die Wahl des frühen Zeitraums. Man muss keine Rücksicht auf andere Spiele nehmen und kann sich trotzdem an den großen Leitlinien der Story orientieren. Denn ein paar Grundfakten sind aus dieser Zeit ja schon bekannt.

So haben die Entwickler die Möglichkeit, eigene Geschichte zu schreiben und auch gewisse Andersartigkeiten zu erklären. Außerdem ist man auch im Design von Waffen, Rüstungen, Architektur und ähnlichem wesentlich ungebundener.

Genug Platz für die Zukunft

Ein weiterer Vorteil ist, dass man viel Platz nach oben, also in Richtung Skyrim gelassen hat. Hier ist noch viel Raum, die Geschichte von ESO in Patches oder Addons weiter zu spinnen, ohne jemals wirklich in die Gefahr zu kommen, mit älteren Spielen zu kollidieren. Wenn wir die, sagen wir mal 800 Jahre in ESO erleben werden, nach welchen wir im schon gefestigten TES-Universum ankommen, dann sind sicher ein paar Jahrzehnte ins Land gegangen.

Also auch hier überwiegt der Vorteil, den die Wahl des Zeitraums weit vor den anderen Spielen hat. Und apropos andere Spiele, auch hier gibt es einen oben schon angedeuteten Grund, warum man sich so weit weg vom bisherigen Tamriel bewegt hat.

Keine Kollision mit zukünftigen Spielen

Stellt euch vor, es kommt The Elder Scrolls VI raus und gleichzeitig läuft ein umfangreiches MMORPG, bei welchem die gleiche Zeit behandelt wird. Lassen sich die Storyschreiber von Bethesda dann von den Storyschreibern von ZeniMax etwas vorgeben? Haben wir plötzlich zwei unterschiedliche TES-Universen? Wer entscheidet, was Kanon wird und was nicht?

Schauen wir uns z.B. das Star Wars Franchise an. Dort steht man mit der Unmenge an Büchern und Comics auch vor dem Problem und es gibt ganz genaue Vorgaben, was ins Star Wars Universum gehört und was extended Universe ist. Oder nehmen wir große Comicreihen von DC oder Marvel. Auch hier gibt es klar abgegrenzte Universen, welche aber mit den gleichen Figuren spielen. Für nicht eingeweihte Leute ist das schnell sehr unübersichtlich.

Dem konnte man auf diese Art und Weise sehr gut entgegen wirken und hier dürften wir auch einen der wichtigsten Gründe vor uns haben, warum man sich für ESO für diese Epoche der Geschichte Tamriels entschieden hat.

Genau das passende Zeitalter

Aber: Die Wahl der Epoche war sicher nicht zufällig, denn dazu passt sie viel zu gut zur Geschichte und dem festgelegten PvP-Schwerpunkt in ESO. Der Kaiserthron ist unbesetzt bzw. umkämpft, wir haben in dieser Phase der Geschichte mit einigen Machtwechseln zu tun und das alles fügt sich wunderbar in die Story von ESO ein.

Die Frage, ob sich nun das Konzept für ESO an der Story orientiert, oder ob die Story passend zum Konzept ausgesucht wurde, können wir nicht beantworten. Es ist aber klar, dass alle Seiten an der Wahl dieses Zeitabschnitts gewinnen. Die Spieler, weil sie nicht mit einer inkonsistenten Story leben müssen, die Entwickler, weil sie vielen Problemen aus dem Weg gehen und in Teilen ihr eigenes Tamriel erschaffen können.

Was haltet ihr von der Wahl des Zeitpunkts von ESO? Fällt euch dabei etwas negatives ein? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren.

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