Fus Ro Bla #5 – Zu hohe Erwartungen?

von Starbucks

Brisante ESO-News bleiben aus, endlich Zeit sich zurückzulehnen und nachzudenken. Nachzudenken darüber, was man eigentlich von ESO erwartet und ob einige Wünsche sogar bereits erfüllt wurden. Die Community scheint große Ansprüche an das Spiel zu stellen und mir geht es dabei nicht anders. Ich und viele andere erwarten nichts geringeres als Skyrim in einer größeren Welt, mit vielen Spielern zur selben Zeit und der Elder Scrolls typischen Interaktion mit der Umgebung. Doch sind meine Erwartungen zu hoch gegriffen?

Seitdem das Spiel angekündigt wurde, habe ich jeden noch so kleinen Artikel zu ESO verschlungen und mir jedes erdenkliche Gameplay-Video angesehen. Was mir schnell auffiel und außerdem sehr übel aufstieß, war der Mangel an Ragdoll-Toden. Was ich unter “Ragdoll-Toden” verstehe, lässt sich so zusammenfassen: Der NPC oder Spieler wird, nach seinem Tod, seinen natürlichen Beschränkungen (Knochen, Muskel etc.) entsprechend zusammenbrechen und per physikalischer Berechnung Abgründe hinunter stürzen oder sich über einen Zaun lehnen, ganz so wie in Skyrim. Die Implementierung dieser Ragdoll-Modelle würde vermutlich erheblichen Aufwand mit sich bringen und wäre, ohne die Spieleplattformen übermäßig zu belasten, nur schwer umsetzbar. Ich bin mir sicher, der Aufwand wäre lohnenswert, da die Tode geschmeidiger aussähen und der Einfluss auf die Umgebung eine zusätzliche Komponente erhalten würde.

 

PvP für Hardcore-Gamer

ESO wirbt auch mit seinen Massen-PvP-Schlachten, in denen sich bis zu 200 Spieler PvPgegenseitig ordentlich vermöbeln können. Das gefällt mir sehr, so etwas gab es in Skyrim -logischer Weise – nicht und ist auf jeden Fall sehr willkommen! Doch zu früh gefreut: Als ich mir einen Artikel über das PvP durchlas und auf die Festungen stieß, so gab mir das schon sehr zu denken. Ihr könnt mit Blut, Schweiß und der Macht von Grayskull eurer Gilde eine Festung aus den toten, kalten Händen eurer Feinde reißen und die dort gelagerten Elder Scrolls und andere Kostbarkeiten für euch einfordern! Aber halt mal…andere Gilden können dasselbe mit euch machen, so wie es scheint sogar volle 24 Stunden 7 Tage die Woche. Ihr nehmt also eine Festung ein, nur um sie anschließend rund um die Uhr zu verteidigen. Das ist nicht Casual-Gamer freundlich und selbst Hardcore-Gamer sollten hier an ihre Grenzen stoßen. Vielleicht hat ZeniMax noch etwas in petto oder gibt noch nähere Informationen bekannt, aber so wie es derzeit den Anschein hat, wäre der Festungs-Content nur für Hardcore-Gamer geeignet.

 

Dynamisches Kampfsystem: Bei den Neun Göttlichen, was ist nur mit dir geschehen?

Zu meiner tiefsten Enttäuschung zeigten meine Recherchen über das Kampfsystem das MMO Shouttypische Bild: Plattenträger an der Front, die NPCs greifen natürlich nur ihn an, während der Rest der Gruppe die klassenstereotypischen Rollen ausfüllt. Sollte nicht ursprünglich jede Klasse jede Rolle übernehmen können? Es ist derzeit grenzwertig und man fragt sich, ob ZeniMax sich da nicht doch übernommen hat. Der bisherige Eindruck lässt mir ein niedergeschlagenes “Ist das alles?” aus den Lippen entweichen. Ist dies das versprochene dynamische System? Abgesehen davon, dass man selbst zielen muss – was in meinen Augen grandios ist – sehe ich hier keine nennenswerte Änderung zu anderen MMOs. “Das Spiel befindet sich noch in der Entwicklung”, sage ich mir immer wieder, meist wirkt das auch und stimmt mich wieder zuversichtlich, denn noch ist nichts in Stein gemeißelt!

Noch ist nichts in Stein gemeißelt….das hoffe ich und zwar inständig bezüglich des Kampf-Feedbacks. Gemeint ist damit, dass Feinde auf den Schwung meiner mächtigen “Zweihandwaffe der Vernichtung” auch reagieren, und zwar mit ihrem Körper, ein Stimmchen, das “Ah” oder “Uh-ho” stöhnt, ist an dieser Stelle wenig überzeugend. Einen Schritt in die, meiner Meinung nach, falsche Richtung, sind sie schon gegangen, Stichwort: Ragdolls! Ich bleibe dennoch sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt, denn der Kampf ist es letztendlich, der mich zu ESO ziehen wird. Oder eben auch nicht, das liegt ganz in der Hand von ZeniMax.

 

Quests: Dankt den Neun Göttlichen!

Noch einen Zacken wichtiger als das brutale Niedermachen von Feinden sind die Quests. Hier sind meine Ansprüche auch unglaublich hoch. Wieder an Skyrim orientiert will ich, dass man die Welt erkunden lässt und man auch einfach auf eigene Faust eine Quest links liegen lassen kann, um eine interessante Höhle zu erforschen. ZeniMax kommt mir dabei sehr entgegen. Was bisher aus Testspielen durchsickerte, war eben genau das, was ich mir gewünscht habe! Eine Welt, in der man nach Herzenslust erkunden und questen kann, mit einer Vielzahl von Quests, jedoch keine Vielzahl an 0815 Quests (töte 30 Eber, sammle 42x Sinn des Lebens). Hier bin ich positiv überrascht und kann es kaum erwarten, selbst Hand an das Spiel zu legen! *Schwert aus der Scheide zieh und mit einem Kampfschrei auf den Lippen gen Horizont renn*. Da bleibt doch nur noch die Frage, ob wir genügend dieser Quests und im Allgemeinen genügend zu tun haben werden…

Die Antwort lautet: Auf jeden Fall! Seien wir mal ehrlich, in ESO werden wir ganz Tamriel bereisen und bequesten können, sollte es pro Provinz auch nur halb so viele Höhlen, versteckte Festungen und krummbeinige Nekromanten wie in Skyrim geben, dann sind wir mehrere hundert Stunden beschäftigt, genau das macht doch ein Elder Scrolls Spiel aus! ZeniMax hat meines Wissens nach keine genauen Zahlen genannt, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, das Provinzen wie Skyrim sonderlich viel weniger erkundbare Orte haben werden, als in der Einzelspieler-Version, das wäre schlichtweg seltsam. Wenn ZeniMax es wirklich schafft, die Erkundungsfreude der Elder Scrolls Spiele einzufangen, dann wäre das ein großer Pluspunkt für das Spiel. Mehr Inhalte wurden auch durch das System geschaffen, dass man sämtliche Fraktionsgebiete durchquesten kann. Man hat, sobald das Maximal-Level von 50 erreicht wurde, die Wahl, ob man in einem der anderen Fraktionsgebiete weiter questen will. Die Gegner in den anderen Startgebieten sind dann entsprechend schwerer und passen sich dem Level des Spielers an. Durch dieses neuartige System erhält man wesentlich mehr Spielinhalte und kann die Story in ihrer ganzen Fülle genießen, ohne dabei unterbeansprucht zu werden.

 

Apropos Einzelspieler

Anscheinend wird es uns möglich sein, wenn wir wollen, auch beinahe den gesamten PvE-Content Solo erleben zu können. Das gibt einen Daumen hoch von mir und ein Gejubel des imaginären Publikums. Casual-Gamern kommt der Solo-Content sehr entgegen, im Ernst, wenn ich spätnachts vom Arbeiten komme, dann will ich meine Zeit nicht unbedingt damit verbringen erst eine Gruppe zu finden. Manchmal, da muss das auch Solo gehen, ohne dabei auf spannende Geschichten und heroische Kämpfe zu verzichten!

 

Dinge die ich an Skyrim mochte, die es in ESO nicht geben wird. Oder vielleicht doch!?

Wie die meisten Elder Scrolls Spieler wissen sollten, besitzen Oblivion und Skyrim eine gewaltige Falskaar Modding-Community, der ich zugegebenermaßen auch angehöre. Man erinnert sich gerne an grandiose Arbeiten wie “Falskaar” oder diverse Rüstungs- und Grafikmods, die die Lust nach Skyrim dauerhaft aufrecht erhalten. Für ESO würde ich mir ebenfalls die Möglichkeit für mehr als nur Interface-Mods wünschen. ZeniMax könnte dem Beispiel von Neverwinter oder Star Trek folgen, zwei Spielen, die Community-Content ermöglichen. Wie bei so vielen Dingen wäre dies natürlich ein gewaltiger Aufwand, da sie Mod-Inhalte auf Performance- und Spielfreundlichkeit testen müssten, aber im Ernst: Wann entstand jemals ein großes Werk ohne den entsprechenden Aufwand? ZeniMax würde, wenn sie die Modding-Community ignorieren, einen gigantischen Fehler begehen. Es bleibt abzuwarten, ob ZeniMax diese Chance sieht und die Gunst der Stunde ergreift, oder ob man die Modder schlichtweg nicht wahrnimmt.

 

In oder auf der Welt?

Eine weitere Frage, die sich mir stellt, ist, ob der Spieler sich wirklich als Teil der Welt fühlt oder nicht. In den bekannten MMOs ist die Welt nur eine Landschaft, man wandelt auf ihr, ist jedoch niemals ein Teil von ihr. Die einzige Verbindung, die man zu ihr hat, sind die Gegenstände, die die stupide auf dem Feld stehenden NPCs fallen lassen, nachdem man sie einem gar fürchterlichen Tod anheim geführt hat. Um wieder einmal Skyrim als Beispiel anzuführen: In Skyrim hat der Spieler freie Wahl seiner Aktionen, er kann beinahe alles anfassen, stehlen, bewegen und töten, Optionen, die die Welt um den Spieler so wirken lassen, als ob er wirklich Teil der Welt wäre und aktiv Einfluss auf alles nehmen kann. Man hat nicht nur die Wahl Quests abzulehnen, nein, vielmehr noch kann man selbst den Scharfrichter spielen und sich einfach gleich das nehmen, was man will: “Wie bitte, du willst das ich 30 Eber töte!? Für diesen Frevel wirst du mit deinem Leben bezahlen!”. Auch die Erkundungsmöglichkeiten sind beinahe ohne Grenzen, so sieht man in Skyrim einen Berg am Horizont und kann diesen auch erklimmen. Landschaft in Skyrim ist nicht einfach nur Landschaft, auf der man sich bewegt, als wäre man ein Tourist; in Skyrim ist man selbst Teil der Welt, man bewegt sich in ihr, nicht auf ihr und das ist für mich der Knackpunkt, die scharfe Kurve, die ZeniMax frühzeitig erkennen und nehmen muss. Denn diese, für ein Spiel unglaubliche Entscheidungsfreiheit, dass ist das schlagende Herz der Elder Scrolls Spiele. Das ESO-Team scheint das auch zu sehen, zumindest teilweise: Was ich bisher in Erfahrung gebracht habe, lässt mich nur die Nase rümpfen. Zwar wird es einige Objekte geben, die man aufheben kann, oder die man öffnen kann (Kisten, Kästchen, etc.), jedoch ist deren Anzahl laut ZeniMax wesentlich stärker begrenzt als es in Skyrim der Fall ist. Das Entwicklerstudio liefert uns eine Welt, von der wir ein Teil sein sollen, welche uns aber trotzdem nur als Touristen behandelt? Ich zweifle einfach daran, dass dieser Spagat von Erfolg gekrönt sein wird, halbgare Dinge sind eben genau das: halbgar und nicht von jedermann genießbar.

 

Die Trennung zwischen MMO und Singleplayer

Wie ZeniMax verkündete, soll ESO tatsächlich wie Skyrim werden, nur eben online. Ein Versprechen, das sie schlichtweg nicht halten können und das liegt nicht daran, dass sie faul oder gar unfähig sind! Das gewählte Genre der MMOs alleine ist das Problem. So kann der Spieler nicht einfach jeden NPC töten, da er damit den Spielfluss anderer behindern würde. Der Spieler ist nicht länger der einzige Held, der durch Tamriel streift und er hat weniger Optionen, mit NPCs und Gegenständen zu interagieren. Dies würde einfach den Rahmen des Machbaren sprengen. Dennoch scheint das fähige Team um ESO sein Bestes zu geben. Sie ermöglichen, dass jeder Spieler seine eigene ESO-Erfahrung machen kann. Das heißt, dass seine Entscheidungen Einfluss auf die Welt nehmen. Ermöglicht wird dies durch vielfache Anwendung von Phasing. Daumen hoch, auch hierfür.

 

Falsche Sicht der Dinge

Für ESO wurde ein sehr kreatives und fähiges Team aufgestellt, mit mindestens einem wahren Urgestein der MMO-Szene, dennoch fällt es mir schwer daran zu glauben, dass sie es schaffen, ein Skyrim-Online zu erschaffen. Doch genau diese Ansicht könnte das Problem sein. Ich bin zuversichtlich, dass das Spiel gut werden kann. Gut für ein MMO, aber dazu hat es nur eine Chance, wenn ich und andere aufhören ein Online-Skyrim zu erwarten. Vielmehr sollte man versuchen, es als etwas komplett Neues zu sehen. Es ist eine Gelegenheit, MMOs den Geist der Zeit einzuhauchen. Somit liegt die größte Hürde bei uns, unsere Erwartungen nicht etwa zu verringern, sondern anzupassen und uns von dem Spiel, dem noch alle Tore – die guten wie die schlechten – offen stehen, überraschen zu lassen. Dennoch bleibe ich skeptisch, denn ich befürchte, dass sich ZeniMax beim Spagat zwischen den Ansprüchen eines MMOs und denen der Community, sowie der Designer, die Beine brechen wird.

Wie steht es mit eurer Meinung? Seid ihr mit dem zufrieden was bisher geboten wird oder fehlen euch einfach grundlegende Dinge, wenn ja welche?

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4 Kommentare

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  • Aladan

    Ehrlich gesagt empfinde ich eine Sperre für Festungen bis zum wieder einnehmen als absolut langweilig. Gerade die Gefahr, die Festung jederzeit verlieren zu können macht unheimlich Spaß.

    In DAoC hatten wir IMMER den meisten Spaß, wenn der Gegner nach unserer erfolgreichen Einnahme direkt zum Gegenangriff überging.

  • Herbegger

    Zum PvP
    Ich schätze mal dass eroberte Festungen einen timer kriegen, sie also eine bestimmte Zeit gesperrt sind bevor man sie neu einnehmen kann. Der wird wahrscheinlich nur 1-3 Stunden lang sein, und keine Tage, das ist aber auch gut so. Sollten sie keinen timer einbauen wäre das schon fail…

    Bei 2 Dingen würde ich mir allerdings nicht allzugroße Hoffnungen machen:

    1. Die klassenstereotypischen Rollenverteilung
    Seinen Char frei zu gestalten klingt im ersten Moment sehr vielversprechend. Meine Einschätzung aber ist, dass die meisten SPieler das anfangs ausprobieren- im Verlauf des Spiels aber auf die üblichen Rollen zurück greifen werden, und sich klassische Tanks, Heiler, Glaskanonen usw bauen.
    Zum einen wohl einfach aus Gewohnheit, zum anderen weil es sich wohl auch bewähren wird. Hybride sind meistens nichts Halbes und nichts Ganzes. Meinem char andererseits ne dicke Rüstung anzuziehen und alles in Lebenskraft und Widerstände zu investieren macht ihn hart. Fertig. Tank.
    Der Vorteil des freien Systems liegt wohl vor allem im Feintuning. Hier noch ein bisschen Mana weg, ein bisschen Leben dazu… usw…
    Hybride, oder besser gesagt fähige Hybride die durch ihre Mischkonstitution einen klaren Vorteil gegenüber den klassischen Rollen haben werden wohl eher die Ausnahme sein.

    2.Veränderungen der Spielwelt durch den eigenen Handlunsstrang
    Da würde ich mir nicht zu viel erhoffen. Damit hat Guildwars 2 auch geworben, und was war? Außerhalb der Storyline, also in der normalen SPielwelt, wurden die Erfolge resetet, damit der nächste sie erringen konnte. Wie in allen MMOs. Und wie will amn es auch anders machen, wenn der eine Millionste Spieler immernoch was erleben soll. Das geht praktisch nur in Instanzierten Gebieten, die man nach seinem Erfolg nie wieder betritt, weil die Sache ja erledigt ist.
    Sollte es anders sein wäre ich da schon sehr überrascht.

  • Eikju

    Gefällt mir richtig gut. Besonders der AvA-Teil passt zu unseren gestrig veröffentlichten Podcast sehr gut. Mehr dazu in unserem Gildenthread, wen das interessieren sollte :).

  • naugladur

    Schöner Artikel :D
    Trifft meine Ängste und Hoffnungen zu ESO ganz gut^^

    Zu den dynamischen Kämpfen: Ich hoffe stark auf ein gutes dynamisches Echtzeitkampfsystem mit sinnvoller Ego-Perspektive, bei dem die Blocktaste nicht nur pure Deko ist und bei dem eine gute Finte, Parade oder ein guter Ausfall schonmal den Kampf entscheiden können. Kein Feind anvisieren und sich gegenseitig auf die Lebensbalken klopfen bis der mit dem schwächeren Equip zu Boden geht…

    Die alte ausgelutschte Rollenverteilung (tank, DD, healer) hoffe ich ebenfalls loszuwerden. Die freie Charakterentwicklung hat mich bei Elder Scrolls schon immer angezogen und ich fänds schade, jetzt wieder in Schubladen gesteckt zu werden. Ob ich mir einen magischen Dolch herbeizaubere und dann damit wie ein Assassine Feinde erdolche, oder ob ich meine schwere Streitaxt für einen Moment auf meiner Schulter ablege um einen Heilzauber zu sprechen…all diese Kombinationen und noch viel mehr sollten keinen Unterschied machen.
    Jeder Charakter ist eine Person, ein Abenteurer mit eigenem Werdegang und deshalb finde ich es großartig, wenn seine Fähigkeiten nicht von einer starren Rolle, sondern davon wie er kämpft und handelt bestimmt werden, so wie es auch bisher in “the elder scrolls” der Fall war.

    Zu den Quests/Inszenierung:
    MMOs neigen leider schwer dazu Quests zur reinen “Arbeitsbeschaffungsmaßnahme” verkommen zu lassen. Hier hoffe ich auf starke Einflüsse aus dem Singleplayer-Genre. Gebt uns Abenteuer und tolle Geschichten, aber bitte gebt uns keine “Quests”.

    Was mir bisher sehr gut gefallen hat, ist Zenimax Ansatz mit dem subtilen Phasing, was mir zum Beispiel manche Begleiter meiner Mitreisenden anders anzeigt, damit ich nicht merke, dass wir grade theoretisch mit zweimal der gleichen Person rumlaufen. Das ist ein toller Schritt weg von dem Blickwinkel der zehntausend auserwählten Retter bisheriger MMOs, der mich nie begeistern konnte. Wenn ich als Spieler doch sehe, dass der neben mir die gleichen “Quests” macht, genau die gleichen Gespräche mit NPCs nochmal führt und mit der selben Person reist, wie ich es tue, dann zerstört das für mich die Glaubwürdigkeit dieser Welt.
    Anders herum kann ich sehr gut damit leben, dass ein paar Fremde gemeinsam in ein Abenteuer hineinstolpern, Freunde/Rivalen werden und zusammen versuchen, diese Zeit heile zu überstehen. Sind wir MMO Spieler nicht genau das?

    Abschließend meine Meinung:
    Zenimax hat bisher viele tolle Ideen und Schritte in die richtige Richtung gezeigt, wenn auch vielleicht nicht, wie von Starbucks so schön benannt, in Richtung Online-Skyrim, aber dann doch in die Richtung die alten, eingelatschten MMO Pfade aufzubrechen und etwas neues zu schaffen. Ich will kein Skyrim, in das ein Multiplayer Modus reingehackt wurde und ich will auch kein WoW mit Elder Scrolls Textur.

    Ich will etwas Neues! Ein neues Elder Scrolls! Und ich bin gespannt ob ich es kriegen werde…

    Gruß Naugladur